NGHM Website 2.0 | Negotiating Migration & Konfliktlandschaften sind online.

Im April und Mai 2025 schaltet die Universität Osnabrück mit all ihren Einrichtungen, Fachbereichen und Instituten auf eine neue Version ihrer Website um. Mit dabei ist auch die Arbeitsgruppe Neueste Geschichte und Historische Migrationsforschung (NGHM).

Nachdem unsere neue online-Präsenz bereits Anfang des Monats live gegangen ist, hat das NGHM-Team nun zwei weitere Abschnitte der Website modernisiert.

Soeben sind die Menüpunkte “Konfliktlandschaften” und “Negotiating Migration” als Erweiterungen unseres Forschungsprofils online gegangen.

Im Forschungsfeld „Negotiating Migration“ untersuchen wir die Entstehung und Entwicklung moderner Migrationsregime im 20. Jahrhundert. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Migration nicht nur verwaltet, sondern aktiv verhandelt wurde – zwischen internationalen Organisationen, Staaten, zivilgesellschaftlichen Akteuren und den Migrant:innen selbst.

Jetzt online: Der Seitenbaum “Negotiating Migration”.

Der Schwerpunkt unserer Forschung liegt auf der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als Millionen von Menschen als sogenannte „Displaced Persons“ (DPs) in Europa lebten. Internationale Organisationen wie die UNRRA und die IRO entwickelten Verfahren zur Registrierung, Versorgung und Umsiedlung dieser Menschen. Dabei wurden Kategorien wie „Flüchtling“ oder „DP“ nicht nur zur Beschreibung, sondern auch zur politischen Steuerung genutzt. Die Arbeitsgruppe zeigt, dass diese Begriffe historisch gewachsen und politisch aufgeladen sind.

Ein zentrales Anliegen des Projekts ist es, die Handlungsspielräume von Menschen unter der Bedingung gewaltinduzierter Migration bzw. Mobilität sichtbar zu machen. Denn in Interviews mit Behörden, bei der Beantragung von Unterstützung oder in der Selbstorganisation in Lagern verhandelten Migrant:innen aktiv ihre Rechte und Perspektiven. Diese Mikroebene der Aushandlung verknüpfen wir mit dem Blick auf makropolitische Entwicklungen, um ein vollständigeres Bild sozialen, kulturellen und institutionellen Verhältnisse in Migrationsregime zu zeichnen .

Im Forschungsfeld „Konfliktlandschaften“ widmen wir seit 2014 uns der Geschichte gewaltüberformter Orte und ihrer Transformationen. Die Interdisziplinäre Arbeitsgruppe Konfliktlandschaften hat seit dem zahlreiche historische Schauplätze von Gewalt – von “Schlachtfeldern” über NS-Lagerstandorte bis zu Tatorten der Shoah – in ihrer materiellen und diskursiven Transformation zu erfassen. Zentral dabei ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Geschichtswissenschaft, Archäologie, Geographie, Geoinformatik und Didaktik.

Ebenfalls online: die Website “Konfliktlandschaften”.

Eines der letzten großen Projekt der Arbeitsgruppe war „Tödliche Zwangsarbeit in Karya“, das mit einem Netzwerk von inter/nationalen Partnern 2023 in Griechenland durchgeführt wurde. Dabei untersuchte das Osnabrücker Team die Bahnstation Karya, an der 1943 etwa 300 jüdische Männer aus Thessaloniki zur Zwangsarbeit eingesetzt wurden. Ein laufendes Projekt befasst sich mit den ehemaligen Standorten der “Emslandlager” und entwickelt ein didaktisch durchdachtes Konzept für deren digitale Erschließung.

Konfliktlandschaften sind für uns dynamische Räume, in denen sich Geschichte, Erinnerung und Gegenwart überlagern. Diese Orte in ihrer fortwährenden Transformation und Vielschichtigkeit zu untersuchen hilft dabei, sie nicht nur als historische Stätten, sondern auch als stets aktive Elemente von Erinnerungskultur zu begreifen.

Auf der neuen Homepage finden sich auch die Working Papers & Short Reports der Interdisziplinären Arbeitsgruppe Konfliktlandschaften.


OpenEdition schlägt Ihnen vor, diesen Beitrag wie folgt zu zitieren:
TEAM NGHM (27. Mai 2025). NGHM Website 2.0 | Negotiating Migration & Konfliktlandschaften sind online. NGHM@UOS. Abgerufen am 12. Juli 2026 von https://doi.org/10.58079/140rb


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